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Bericht AZ/DZ Augsburger Allgemeine/Donauzeitung vom 26.Juni 2015

 

Es fliegen nicht nur die Fäuste

Wettkampf Beim Thaiboxen ist voller Körpereinsatz gefragt. Am Wochenende findet die Deutsche Meisterschaft in Lauingen statt.

VON STEPHANIE SARTOR Mit Füßen und Fäusten schlägt Kerim Giral auf seinen Gegner ein. Seine Schläge prallen mit einem lauten Knall auf die Schutzpolster. Kerim Giral trainiert im Lauinger Kampfsportstudio Rayong für die Deutsche Meisterschaft im Thaiboxen, die am Samstag in der Lauinger Stadthalle ausgetragen wird. Nervös ist Kerim Giral nicht. „Das ist ja nicht mein erster Kampf“, sagt der 15-Jährige, der sich bei der Bayerischen Meisterschaft qualifiziert hat. Seit sechs Jahren trainiert Kerim Giral nun Thaiboxen. „Das hält den Körper fit. Außerdem gefällt mir die Gemeinschaft in der Gruppe“, sagt
er. Für Studioleiter Roland Steinle ist es etwas Besonderes, die Deutsche Meisterschaft ausrichten zu dürfen. Steinle, der auch bayerischer Landespräsident des Muay-Thai-Bundes Deutschland ist, bekam vom Chef des Zentralverbandes einen Anruf. „Ich wurde gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte, die Deutsche Meisterschaft in Lauingen zu machen. Zuerst habe ich geschluckt. Aber das ist eine Riesenehre und ich traue mir die Verantwortung zu“, sagt Steinle. Den Aufwand habe er allerdings ein bisschen unterschätzt:
Drei Boxringe werden in der Stadthalle aufgebaut, die wiederum werden von verschiedenen Teams betreut. „Die Meisterschaft findet an einem einzigen Tag statt. Die Boxringe müssen immer zeitgleich besetzt sein“, sagt Steinle. Das alles zu koordinieren, sei nicht so einfach. Woher kommt die Faszination fürs Thaiboxen? Roland Steinle hat dazu eine klare Meinung: „Es geht um den kompletten Körpereinsatz. Man kämpft mit Knien, Füßen und Ellbogen. Bei uns geht es zur Sache.

Beim Thaiboxen fliegt alles, nicht nur die Fäuste. Und man braucht mehr Kondition.“ Deswegen gebe es beim Thaiboxen auch nur drei oder fünf Runden und nicht wie beim „normalen“ Boxen zwölf. Dennoch, so Steinle weiter, sei das Verletzungsrisiko sehr gering. „Wir wissen um die Gefahr, wir blocken sie. Ein Fußballspieler hingegen wird oft von einem Foul überrascht“, sagt der Studioleiter. Drei Sportler aus dem RayongStudio nehmen an der Deutschen Meisterschaft am Samstag teil. Insgesamt kommen 200 Kämpfer in die Stadthalle. Und nicht nur das. Sogar der thailändische Botschafter vom Konsulat in Berlin hat sich angekündigt. „Da bin ich schon mega-stolz“, sagt Steinle, der „im richtigen Leben“, wie er sagt, Immobilienmakler ist. Seit nunmehr zehn Jahren gibt es das Studio in Lauingen – Steinles Liebe zum Boxen fing aber schon früher an. Mit einem Freund kämpfte er auf einem Bauernhof gegen mit Hafer gefüllte Säcke. Daraus entstand die Idee, ein eigenes Studio aufzumachen. Steinle: „Das ist einfach meine Leidenschaft.“

„Das hält den Körper fit. Außerdem gefällt mir die Gemeinschaft in der Gruppe.“ Kerim Giral

„Man kämpft mit Knien, Füßen und Ellbogen. Bei uns geht es zur Sache.“ Roland Steinle